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13.11.17

Herren Blue: Erster Punktverlust der Saison

Jonas Steiner (mit Tattoo-Strumpf) nach einer versiebten Chancen

Am Samstagabend zu fortgeschrittener Stunde (18.45) trat Blue auswärts auf dem Frohberg gegen Stäfa an. Verzichten musste Aushilfs-Spielertrainer Urs Schärer auf Headcoach Sandro Bou, sowie die verletzten oder abwesenden Marco Gehrig, Robert Schär, Stefan Weber und Simon Vera. Im Tor setzte man auf das Stäfener Urgestein Perisa und seinen Spezi Haupt, welche beide ihre schneeweisse Retro-Torhüter-Uniformen aus dem Mottenschrank gekramt hatten und optisch den Anschein machten, als würden Sie der «Halle für alle» einen neuen Anstrich verpassen.

 

Die Gäste aus Winterthur starteten mit der gewohnten 3:2:1-Abwehrformation, welche vor den jungen, agilen Stäfenern zwar gefordert wurde, aber einen gewohnt soliden Job verrichtete. Offensiv tat man sich auf Winterthurer Seite zwar etwas schwerer, dennoch verschaffte man sich bis zur 10. Minute eine erstmalige Zweitore-Führung (3:5). Doch das Heimteam von der Goldküste liess sich nicht abschütteln und schaffte bis zur 15. Minute den Ausgleich. Nun schlichen sich bei Blue ungewohnte Ungenauigkeiten ein. Vor dem Tor zeigte man sich plötzlich ziemlich fahrlässig und versiebte in Haris Seferovic-Manier reihenweise Topchancen. Dank einer weiterhin soliden Abwehr, blieb man resultatmässig bei den Leuten, und konnte sich dank einer Stäfener Torflaute zwischen der 20. und 28. Minute sogar auf 10:13 absetzten. Es folgten haarsträubende 2 Minuten, in denen die Winterthurer wie ein Haufen wildgewordener Hühner auf dem Feld herumgackerten und so die schöne Führung verspielten. Mit 13:13 gings in die Pause, Spielertrainer Schärer schäumte.

 

Die zweite Halbzeit glich nun wirklich der Barrage-Partie Schweiz-Nordirland: Die meisten kreierten Chancen wurde kläglich vergeben und von spielerischer Leichtigkeit war man an diesem Abend soweit entfernt wie es nur geht. Positive Ausnahme war Roger Läng, der als Rechtshänder vom rechten Flügel aus unmöglichem Winkel wuchtig einnetzte. Wie zwei taumelnde Schwergewichtsboxer setzte man zwar regelmässig eine Gerade ins Ziel, lief daraufhin jedoch postwendend in den Kinnhaken des Gegners. Einen solchen (unabsichtlichen) Kinnhaken kassierte Philipp Rüeger dann tatsächlich, leider blieb diese Aktion ungestraft. Und so kam es wie es kommen musste: Die tapfer kämpfenden gelbschwarzen Nordiren verschafften sich gegen Ende der Partie ein Chancenplus und standen einem Sieg plötzlich sehr nahe. Zweimal lagen die Stäfener mit zwei Toren in Front, woraufhin es jeweils Daniel Gehrig war, der sich bis dato ebenfalls eher als Chancentod etabliert hatte, in der Crunchtime jedoch die Nerven behielt und den Anschluss erzielte. Das Heimteam scheiterte und nach einem lang vorgetragenen Angriff drückte Mesut Taracar den Ball zum Ausgleich über die Linie, zu spielen war noch eine knappe Minute. Stäfa agierte nun mit 7 Feldspielern und kam über den rechten Flügel 15 Sekunden vor dem Ende zum Abschluss. Doch Reto Gollob vergabe und Urs Schärer übergab dem Zeitnehmer energisch die Timeout-Karte. Natürlich versuchte jetzt auch Blue mit dem 7. Feldspieler zum Erfolg zu kommen, doch irgendwie passend zur Vorstellung der Gäste, landete der Pass von Mesut Taracar auf Patrick Läng im Seitenaus. Dieses Malheur hätte durchaus auch noch den einen Punkt kosten können, doch zum Ende war die Punkteteilung dann wohl das korrekte Resultat. Analog zur WM-Barrage endete die Begegnung in Stäfa also unentschieden (in diesem Fall 23:23). Dass nicht alle Winterthurer mit dem Gezeigten zufrieden waren, zeigte ein Blick ins Gesicht von Urs Schärer. Er verkniff es sich zwar, seine Mitspieler standesgemäss auszupfeifen, wird in der Garderobe aber dem einen oder anderen sicherlich noch gehörig den Marsch geblasen haben. Ein Vollerfolg wäre am Ende zwar möglich, aber ob der Leistung insbesondere im Angriff sehr glücklich gewesen.

 

Kloten/Rorbas leistete den Winterthuren Schützenhilfe und bodigte den bisher ungeschlagenen SC Volketswil knapp mit einem Tor. Blue bleibt daher Tabellenführer und darf sich nach einer kräftezehrenden Woche nun erstmals erholen. Weiter geht’s dann am kommenden Samstag um 16.00 gegen Effrektion. Im Schulhaus Grafstal werden die Winterthurer auf den geliebten Harz verzichten müssen, was mutmasslich zu ziemlich witzigen Szenen führen wird.



Kategorie: TopNews, Männer - 2.Liga

Von: Markus Haupt


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