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13.03.18

Herren Blue: Sieg auch im dritten Derby der Saison

Gewinnt keinen Blumentopf: Der Sauber C37 mit neuer Heckklappe

Vermisste seinen Götti: Das Patenkind von Marco Gehrig (nachgestellte Szene)

Hatte die Tore bereits geschlossen: Die WHOGA in der Eulachhalle

Biss auf die Zähne: Marco Gehrig (im offiziellen Matchtenu) auf dem Operationstisch

Gut Ding will Weile haben, gilt für Rotwein genauso wie für Matchberichte…

 

Dank dem Regionalcup trafen am späten Dienstagabend die Herren von Blue Winterthur bereits zum dritten Mal in dieser Spielzeit auf die Seen Tigers 2. Die beiden bisher ausgetragenen Begegnungen endeten jeweils mit deutlichen erfolgen für Blue, die Favoritenrolle lag damit klar beim Tabellenführer.

 

Coach Sandro Bou konnte für einmal wieder aus den Vollen schöpfen, stattliche 11 Feldspieler und 2 Torhüter fanden sich in den Katakomben der alterwürdigen Mattenbachhalle ein. Wieder an Bord waren die Kreisläufer Reto Sutter (nach erfolgreichem Abschluss der Apèrs-Ski-Saison) und Pascal Friedrich (zurück von der Weltreise). Weiter gab Stefan Weber sein Comeback und gar zum ersten Saisoneinsatz kam Torhüter Marcel Läng nach überstandener Achillessehnenentzündung. Kurz vor Spielbeginn bemühte sich dann auch noch der Hallenwart in die eiskalte Halle, liess es sich nicht nehmen, seinen Unmut zur allgemeinen Lage zu äussern und installierte dann wiederwillig das Bedienungsbord der Matchuhr. Ob er an diesem Tag seine lange Unterhose zuhause vergessen hatte oder ob er aufgrund des Linksrutsches in der Winterthurer Regierung nun zum Bau von Fahrradwegen verknurrt wurde, man weiss es nicht…

 

Pünktlich zum Anpfiff traf dann auch ein fixfertiger Marco Gehrig in der Halle ein, der eigentlich tendenziell eher nicht am Spiel teilnehmen wollte (gemäss eigener Aussage). Da sein Arbeitgeber (das Sauber-Team in Hinwil) jedoch darauf bestand, dass Marco bis zum Feierabend noch eine neue Heckklappe zimmern sollte, verpasste er prompt die Geburtstagsfeier seines Patenkindes. Eine klassische lose-lose-Situation, bedenkt man, dass Sauber mit der neuen Heckklappe kaum zu Weltcuppunkten fahren wird. Nachdem er dann noch vor Ort feststellte, dass in der Eulachhalle in dieser Woche die WHOGA stattfindet, fand er doch noch seinen Weg an die Wogen des Mattenbaches.

 

Los ging’s in der Halle und Yellow startete fulminant. Dominik Blumer nagelte seinen Kasten zu und vorne zelebrierten die drei Tenöre Schärer, Taracar und Rüeger ein Furioso. Die Tigers waren heillos überfordert und beim Stand von 0:6 nahm Coach Nussbaumer sein Timeout. Nach dem 0:7 fand dann auch das Heimteam den Weg auf die Anzeigetafel, was Coach Bou dazu veranlasste, seinen Abwehrstrategen Marco Gehrig einzuwechseln. Das Ausmass seiner Zerstreuung sah man an der Wahl des Outfits, mit dem er aufs Feld eilen wollte. Einerseits trug er, im Unterschied zu den übrigen Spielern, eine rote Auswärtsmatchhose und andererseits lag sein Trikot noch auf der Bank und das Einlaufshirt zierte seinen Oberkörper. Nachdem auch das Outfit korrigiert war, gings für den jüngeren der Gehrig-Brüder endlich auf die Platte. Im zweiten Angriff nach seiner Einwechslung dann das Malheur: Marco blockte einen gegnerischen Unterarmwurf und hielt sich schmerzverzehrt die Hand. Eine klaffende Wunde durchzog seine zarten Ingenieurhände. Mit kreideweisser Visage wurde Marco, von Ersatztorhüter Marcel Läng, notfallsmässig ins Spital überführt.

Yellow verwaltete den Vorsprung bis zur Pause souverän und führt mit 7:14, als Coach Bou seine Spieler in die Hallenecke zur Pausenansprache zitierte.

Nach Wiederanpfiff verlief das Spiel ausgeglichen, wobei sich der Vorsprung zwischen 7 und 10 Toren einpendelte. Der braungebrannte Friedrich zeigte ein starkes Spiel und wusste am Kreis zu gefallen. Dass der Vorprung in der Schlussphase nochmals grösser wurde, lag dann aber vor allem auch an Torhüter Marcel Läng. Der dritte Spross der Läng-Dynastie kassierte beim Einschiessen einen üblen Wurf an den Kopf, war eine Viertelstunde später als Ambulanzfahrer im Einsatz und wurde in der 40. Minute für den starken Blumer eingewechselt. Was «Massel» anschliessend zwischen den Pfosten aufführte war eine Lehrstunde für die Torhüterguilde. Er partierte Ball um Ball, darunter zahlreiche 100%-Chancen und kam am Ende auf eine überragende Abwehrquote von 57%. Sein Bruder Patrick zeichnete bereits zum zweiten Mal in Folge für den 30. Treffer seiner Farben verantwortlich, was jeweils zum Sponsoring einer Kiste Bier verpflichtet und bei seinen Mitspielern dementsprechend überschwängliche Freude auslöste. Mit 18:30 gewann Blue die sogenannte «Winter-Classic» in der eiskalten Mattenbachhalle und konsolidiert damit die Tabellenführung.

Weiter geht’s für Blue am 13.3. mit dem Heimspiel gegen Stäfa. Bei der Auswärtspartie auf dem Frohberg gaben die Winterthurer damals einen von bisher drei Punkten in dieser Saison ab. Marco Gehrig wird der Mannschaft einige Wochen nicht zur Verfügung stehen, zudem sind auch Steiner und Weber nicht verfügbar.



Kategorie: TopNews, Männer - NLB

Von: Markus Haupt


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