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18.11.18

SPL1: Yellow’s Serie reisst

Mit einer deutlichen 19:32-Niederlage gegen die Spono Eagles reisst Yellow’s kleine Siegesserie nach drei erfolgreichen Spielen hintereinander. Die Winterthurerinnen verpassten somit die Chance punktemässig zu den Innerschweizerinnen aufzuschliessen.

Als die 60 Minuten gespielt waren und der diskussionslose 32:19 Heimsieg der Spono Eagles feststand, erhoben sich die Fans des Heimteams zu einer Standing Ovation. Nach einer turbulenten Woche, welche mit der Entlassung von Trainer Urs Mühlethaler und der Ernennung von Carlos Lima zu seinem Nachfolger gipfelte, war die Erleichterung in Nottwilüber diesen wichtigen Sieg mit den Händen greifbar.

 

Ganz anders die Gemütslage bei Yellow: Der Tag hatte für die Winterthurerinnen schon schlecht angefangen, als mit Agnethe Boysen eine weitere Spielerin aufgrund einer im Training erlittenen Verletzung für das Spiel Forfait geben musste und die Zahl der nicht einsatzfähigen Spielerinnen damit auf sieben anstieg. Somit blieben Yellow’s Trainerduo für dieses Spiel nur ganz wenige Möglichkeiten während der Partie überhaupt Wechsel vorzunehmen oder taktische Massnahmen anzuordnen.

 

In der ersten Halbzeit war dem Spiel der Spono Eagles noch deutlich anzumerken, dass die letzten Wochen nicht ganz spurlos am Team vorbei gegangen waren. Yellow’s Verteidigung konnte sich gut auf die Angriffsversuche der Einheimischen einstellen und den Schaden mit elf Gegentreffern bei Halbzeit in engen Grenzen halten.

Leider verpassten es die Winterthurerinnen, die gute Abwehrleistung in zählbare Offensivaktionen umzumünzen. Vor allem Yellow’s Rückraumduo Agnes Rutqvist und Ria Jugovic erwischte einen rabenschwarzen Tag, was einer der Gründe war, warum die Mannschaft in der ersten Spielhälfte ganze sieben Treffer erzielte. Mangelnde Einsatzbereitschaft konnte man den beiden allerdings bestimmt nicht vorwerfen – eher im Gegenteil: Das Wissen, dass an diesem Tag, aufgrund der langen Absenzenliste, mehr als sonst von ihnen abhing, resultierte wohl darin, dass man die Sache zu gut machen und zu viel Verantwortung an sich reissen wollte. Dieser Vorsatz führte dazu, dass es an Geduld fehlte, Abschlüsse viel zu rasch und ohne entsprechende Vorbereitung genommen und zahlreiche Zuspiele auf die Kreisposition keine Abnehmerin fanden.

Dazu gesellte sich auch noch eine Anzahl von Pfosten- und Lattentreffern, sowie eine Lea Schüpbach im Tor der Spono Eagles, welche gegen ihre ehemaligen Mitspielerinnen glänzend aufgelegt war und ihre Antipodenim Yellow Gehäuse an diesem Abend klar ausstach.

 

Die Geschichte der zweiten Halbzeit ist schnell erzählt. Yellow kam zwar mit dem Vorsatz und der Hoffnung aus der Kabine den Vier-Tore-Rückstand noch wettmachen zu können, doch der Traum platzte nach etwa 40 Spielminuten endgültig: Während einer zweiminütigen Überzahlsituation verpasste es Yellow, noch einmal näher an das Heimteam heranzukommen und musste während dieser Phase im Gegenteil zwei Treffer hinnehmen.

Danach war es um den Widerstand gegen die sich abzeichnende Niederlage endgültig geschehen: Währenddessen bei den Yellow Spielerinnen die Luft im wahrsten Sinn des Wortes draussen war, schien dem Heimteam die Last der letzten schwierigen Wochen förmlich von den Schultern zu fallen und es erzielte, nun befreit aufspielend, Tor um Tor.

 

Nach dieser Niederlage ist die Möglichkeit von Yellow, die Finalrunde der besten vier Teams noch zu erreichen, wohl nur noch theoretischer Natur. Die Chancen dazu hat man allerdings nicht an diesem Abend in Nottwil vergeben, da wogen die verletzungsbedingten Absenzen einfach zu schwer, sondern mit den beidenunnötigen Niederlagen gegen GC Amicitia und Leimental in der Vorrunde.

 

Der Meisterschaftsbetrieb der SPL1 ruht nun aufgrund von Nationalmannschaftseinsätzen und der Handball EM bis anfangs nächstes Jahr. Es bleibt zu hoffen, dass bei Yellow bis dann die eine und andere aktuell verletzte Spielerin wieder einsatzfähig sein wird.



Kategorie: TopNews, Frauen - Premium League

Von: Matthias Müller


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